Manche Erfahrungen sind innerlich noch präsent, obwohl sie zeitlich längst vorbei sind. Das zeigt sich oft daran, dass in bestimmten Situationen etwas in Ihnen „anspringt“: Anspannung, innere Bilder, ein Alarmgefühl im Körper oder der Impuls, zu vermeiden. Rational lässt sich das häufig gut einordnen – und trotzdem lässt es sich nicht einfach wegdenken.
EMDR ist ein strukturiertes Verfahren, das einen kontrollierten inneren Verarbeitungs- und Sortierprozess unterstützen kann. Dabei geht es nicht darum, etwas zu verdrängen, sondern das Erlebte so zu integrieren, dass es im Heute weniger Schärfe hat: weniger Druck, weniger automatische Reaktion, mehr Wahlfreiheit. Wir arbeiten dabei Schritt für Schritt und orientieren uns an Ihrer Stabilität und Ihrem Tempo.
Strukturierter Prozess mit klaren Phasen
Stabilisierung und Sicherheit stehen an erster Stelle
Termine vor Ort in Düsseldorf & Erftstadt-Kierdorf
Was ist EMDR?
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Vereinfacht gesagt: Wir arbeiten mit einer bilateralen Stimulation (z. B. durch Augenbewegungen oder abwechselnde Reize), während Sie innerlich an einem Thema orientiert bleiben. Dadurch kann sich die Verarbeitung von belastenden Erinnerungen und damit verbundenen Reaktionen erleichtern.
Wichtig: EMDR ist kein „Wegdrücken“. Es geht darum, dass Ihr System das Erlebte neu sortieren und integrieren kann – so, dass es im Heute weniger Druck macht.
Wobei EMDR unterstützen kann
EMDR wird häufig eingesetzt, wenn schwere oder stark belastende Erlebnisse innerlich nicht „abgeschlossen“ sind – insbesondere dann, wenn das Nervensystem im Alltag so reagiert, als wäre die Situation noch gegenwärtig. Das kann nach Traumata oder anderen einschneidenden Ereignissen auftreten (z. B. Unfälle, Übergriffe, medizinische Eingriffe, plötzliche Verluste, Gewalterfahrungen, Bedrohungssituationen), aber auch nach wiederholten Belastungen über längere Zeit.
Typisch ist, dass bestimmte Auslöser im Hier und Jetzt unverhältnismäßig stark wirken – etwa durch:
aufdrängende Erinnerungen (Bilder oder „Kopfkino“)
starke körperliche Stressreaktionen (z. B. Enge, Druck, Zittern, Herzklopfen, Alarmgefühl)
Ängste, Vermeidung oder Rückzug nach belastenden Ereignissen
Schlafprobleme (innere Unruhe oder anhaltende Anspannung)
Schreckhaftigkeit / Reizbarkeit oder das Gefühl, ständig „auf der Hut“ zu sein
Selbstwert- und Beziehungsmuster, die sich alt anfühlen und immer wieder anspringen
Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob EMDR der passende Weg ist – oder ob zuerst Stabilisierung sinnvoller ist.
Sicherheit zuerst – wann wir nicht direkt mit EMDR starten
Manchmal ist es sinnvoll, zuerst Ressourcen aufzubauen, bevor wir mit belastendem Material arbeiten. Das gilt besonders, wenn Ihr System aktuell ohnehin schon „zu voll“ ist.
Wenn akute Krisen, starke Instabilität oder sehr intensive Dissoziation im Vordergrund stehen, gehen wir behutsamer vor: Stabilisierung, Orientierung, Ressourcenarbeit – und erst dann (wenn passend) EMDR.
Bei akuter Selbstgefährdung oder schweren psychiatrischen Symptomen ist eine ärztliche/psychiatrische Abklärung wichtig. EMDR ersetzt keine Notfallversorgung.
Ablauf einer EMDR-Begleitung
1) Erstgespräch & Zielklärung
Wir klären Ihr Anliegen, Ihre aktuelle Belastung und die Situation, in der die Symptome typischerweise auftreten. Dazu gehört auch eine diagnostische Einordnung im Sinne einer Verdachtsdiagnose: Worum handelt es sich vermutlich, was sind mögliche Auslöser/aufrechterhaltende Faktoren, und was wäre therapeutisch sinnvoll – oder nicht. Gleichzeitig prüfen wir Stabilität, Ressourcen, Kontraindikationen und mögliche Ausschlussgründe für EMDR. Auf dieser Basis formulieren wir ein klares, realistisches Ziel und legen fest, welche Ressourcen geschaffen werden.
2) Stabilisierung & Ressourcen
Bevor wir an belastenden Themen arbeiten, sorgen wir für innere Sicherheit und sinnvolle Ressourcen: „Stop-Signal“, Atem-/Bodenanker, Stabilisierungstechniken.
3) EMDR-Sequenzen (in Ihrem Tempo)
Wir arbeiten strukturiert in kurzen Sequenzen. Zwischenstände werden immer wieder überprüft. Sie bleiben handlungsfähig – Pausen sind jederzeit möglich.
4) Integration & Nachbesprechung
Am Ende jeder Sitzung wird stabil geschlossen. Sie bekommen, wenn sinnvoll, einfache Hinweise zur Selbstregulation für die Tage danach.
EMDR und Hypnose
EMDR und Hypnose sind unterschiedliche Wege. Manchmal ist eine Kombination sinnvoll: z. B. Hypnose/Ressourcenarbeit zur Stabilisierung und EMDR zur Verarbeitung. Manchmal ist es besser, bei einem Verfahren zu bleiben. Entscheidend ist nicht die Methode – sondern was für Sie der beste Weg ist.
Termine in Erftstadt-Kierdorf (mittwochs ab 17 Uhr) und Düsseldorf (freitags ab 14:30 Uhr). Terminvereinbarung über die Kontaktseite.
Häufige Fragen zu EMDR
Ein Hinweis kann sein, dass etwas innerlich noch „mitläuft“, obwohl die Situation vorbei ist: bestimmte Auslöser im Alltag führen zu einer starken Reaktion (Anspannung, Alarmgefühl, Bilder, Vermeidung), die sich rational zwar verstehen lässt, aber nicht einfach verschwindet. Gleichzeitig ist entscheidend, dass ausreichend Stabilität vorhanden ist – oder dass wir diese zuerst aufbauen. Im Erstgespräch klären wir deshalb diagnostisch (Verdachtsdiagnose/Arbeitsdiagnose), ob EMDR sinnvoll ist, ob zunächst Stabilisierung/Ressourcenarbeit angezeigt ist oder ob ein anderer Weg passender wäre.
Das ist individuell. Manche Themen lassen sich in wenigen Sitzungen deutlich entlasten, andere brauchen mehr Zeit. Im Erstgespräch gebe ich Ihnen eine realistische Einschätzung.
Nächster Schritt
Wenn Sie spüren, dass etwas in Ihnen „hängen geblieben“ ist und Sie das nicht länger allein tragen möchten: Melden Sie sich. Wir klären in Ruhe, ob EMDR passt – und welcher Rahmen für Sie stimmig ist.
Wenn Sie zuerst einen niedrigschwelligen Zugang zur eigenen Belastungsdynamik möchten, kann die Farbanalyse als Orientierung hilfreich sein. Mehr dazu hier: Emotionale Farbanalyse.