Mentales Gleichgewicht – Florian Kriegisch

Heilpraktiker für Psychotherapie - Hypnosetherapeut - Resilienztrainer

Manche Erfahrungen sind innerlich noch präsent, obwohl sie zeitlich längst vorbei sind. Das zeigt sich oft daran, dass in bestimmten Situationen etwas in Ihnen „anspringt“: Anspannung, innere Bilder, ein Alarmgefühl im Körper oder der Impuls, zu vermeiden. Rational lässt sich das häufig gut einordnen – und trotzdem lässt es sich nicht einfach wegdenken.

EMDR ist ein strukturiertes Verfahren, das einen kontrollierten inneren Verarbeitungs- und Sortierprozess unterstützen kann. Dabei geht es nicht darum, etwas zu verdrängen, sondern das Erlebte so zu integrieren, dass es im Heute weniger Schärfe hat: weniger Druck, weniger automatische Reaktion, mehr Wahlfreiheit. Wir arbeiten dabei Schritt für Schritt und orientieren uns an Ihrer Stabilität und Ihrem Tempo.

  • Strukturierter Prozess mit klaren Phasen

  • Stabilisierung und Sicherheit stehen an erster Stelle

  • Termine vor Ort in Düsseldorf & Erftstadt-Kierdorf

Was ist EMDR?

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Vereinfacht gesagt: Wir arbeiten mit einer bilateralen Stimulation (z. B. durch Augenbewegungen oder abwechselnde Reize), während Sie innerlich an einem Thema orientiert bleiben. Dadurch kann sich die Verarbeitung von belastenden Erinnerungen und damit verbundenen Reaktionen erleichtern.

Wichtig: EMDR ist kein „Wegdrücken“. Es geht darum, dass Ihr System das Erlebte neu sortieren und integrieren kann – so, dass es im Heute weniger Druck macht.

Wobei EMDR unterstützen kann

EMDR wird häufig eingesetzt, wenn schwere oder stark belastende Erlebnisse innerlich nicht „abgeschlossen“ sind – insbesondere dann, wenn das Nervensystem im Alltag so reagiert, als wäre die Situation noch gegenwärtig. Das kann nach Traumata oder anderen einschneidenden Ereignissen auftreten (z. B. Unfälle, Übergriffe, medizinische Eingriffe, plötzliche Verluste, Gewalterfahrungen, Bedrohungssituationen), aber auch nach wiederholten Belastungen über längere Zeit.

Typisch ist, dass bestimmte Auslöser im Hier und Jetzt unverhältnismäßig stark wirken – etwa durch:

  • aufdrängende Erinnerungen (Bilder oder „Kopfkino“)

  • starke körperliche Stressreaktionen (z. B. Enge, Druck, Zittern, Herzklopfen, Alarmgefühl)

  • Ängste, Vermeidung oder Rückzug nach belastenden Ereignissen

  • Schlafprobleme (innere Unruhe oder anhaltende Anspannung)

  • Schreckhaftigkeit / Reizbarkeit oder das Gefühl, ständig „auf der Hut“ zu sein

  • Selbstwert- und Beziehungsmuster, die sich alt anfühlen und immer wieder anspringen

Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob EMDR der passende Weg ist – oder ob zuerst Stabilisierung sinnvoller ist.

Sicherheit zuerst – wann wir nicht direkt mit EMDR starten

Manchmal ist es sinnvoll, zuerst Ressourcen aufzubauen, bevor wir mit belastendem Material arbeiten. Das gilt besonders, wenn Ihr System aktuell ohnehin schon „zu voll“ ist.

Wenn akute Krisen, starke Instabilität oder sehr intensive Dissoziation im Vordergrund stehen, gehen wir behutsamer vor: Stabilisierung, Orientierung, Ressourcenarbeit – und erst dann (wenn passend) EMDR.

Bei akuter Selbstgefährdung oder schweren psychiatrischen Symptomen ist eine ärztliche/psychiatrische Abklärung wichtig. EMDR ersetzt keine Notfallversorgung.

Ablauf einer EMDR-Begleitung

1) Erstgespräch & Zielklärung

Wir klären Ihr Anliegen, Ihre aktuelle Belastung und die Situation, in der die Symptome typischerweise auftreten. Dazu gehört auch eine diagnostische Einordnung im Sinne einer Verdachtsdiagnose: Worum handelt es sich vermutlich, was sind mögliche Auslöser/aufrechterhaltende Faktoren, und was wäre therapeutisch sinnvoll – oder nicht. Gleichzeitig prüfen wir Stabilität, Ressourcen, Kontraindikationen und mögliche Ausschlussgründe für EMDR. Auf dieser Basis formulieren wir ein klares, realistisches Ziel und legen fest, welche Ressourcen geschaffen werden.

2) Stabilisierung & Ressourcen

Bevor wir an belastenden Themen arbeiten, sorgen wir für innere Sicherheit und sinnvolle Ressourcen: „Stop-Signal“, Atem-/Bodenanker, Stabilisierungstechniken.

3) EMDR-Sequenzen (in Ihrem Tempo)

Wir arbeiten strukturiert in kurzen Sequenzen. Zwischenstände werden immer wieder überprüft. Sie bleiben handlungsfähig – Pausen sind jederzeit möglich.

4) Integration & Nachbesprechung

Am Ende jeder Sitzung wird stabil geschlossen. Sie bekommen, wenn sinnvoll, einfache Hinweise zur Selbstregulation für die Tage danach.

EMDR und Hypnose

EMDR und Hypnose sind unterschiedliche Wege. Manchmal ist eine Kombination sinnvoll: z. B. Hypnose/Ressourcenarbeit zur Stabilisierung und EMDR zur Verarbeitung. Manchmal ist es besser, bei einem Verfahren zu bleiben. Entscheidend ist nicht die Methode – sondern was für Sie der beste Weg ist.

Termine in Erftstadt-Kierdorf (mittwochs ab 17 Uhr) und Düsseldorf (freitags ab 14:30 Uhr). Terminvereinbarung über die Kontaktseite.

Häufige Fragen zu EMDR

Woran merke ich, ob EMDR für mich passend ist?

Ein Hinweis kann sein, dass etwas innerlich noch „mitläuft“, obwohl die Situation vorbei ist: bestimmte Auslöser im Alltag führen zu einer starken Reaktion (Anspannung, Alarmgefühl, Bilder, Vermeidung), die sich rational zwar verstehen lässt, aber nicht einfach verschwindet. Gleichzeitig ist entscheidend, dass ausreichend Stabilität vorhanden ist – oder dass wir diese zuerst aufbauen. Im Erstgespräch klären wir deshalb diagnostisch (Verdachtsdiagnose/Arbeitsdiagnose), ob EMDR sinnvoll ist, ob zunächst Stabilisierung/Ressourcenarbeit angezeigt ist oder ob ein anderer Weg passender wäre.

Muss ich alles detailliert erzählen?
Nein. Sie bestimmen Tiefe und Tempo. Entscheidend ist, dass wir ausreichend Orientierung haben, um sicher zu arbeiten.
Was, wenn starke Gefühle auftauchen?
Dann regulieren wir. Stabilität steht an erster Stelle. EMDR wird nicht „gegen Sie“ durchgeführt, sondern mit Ihrem System.
Was sollte ich nach einer EMDR-Sitzung beachten?
Nach einer EMDR-Sitzung kann es sein, dass Ihr System noch „weiterarbeitet“ – z. B. in Form von Müdigkeit, erhöhter Sensibilität, lebhafteren Träumen oder einem kurzzeitigen Auf und Ab der Stimmung. Das ist nicht automatisch ein Problem, sondern oft Teil der Verarbeitung. Sinnvoll ist es, sich am selben Tag eher Ruhe zu erlauben, ausreichend zu trinken und auf starke Reizüberflutung (Alkohol, zu viel Medien, sehr intensives Training) zu verzichten. Wenn etwas deutlich zu viel wird oder Sie sich unsicher fühlen, melden Sie sich – dann klären wir gemeinsam, was gerade gebraucht wird.
Wie viele Sitzungen braucht EMDR?

Das ist individuell. Manche Themen lassen sich in wenigen Sitzungen deutlich entlasten, andere brauchen mehr Zeit. Im Erstgespräch gebe ich Ihnen eine realistische Einschätzung.

Kann EMDR online stattfinden?
Ich arbeite mit EMDR vor Ort, weil sich Sicherheit und Feinsteuerung so am besten führen lassen.

Nächster Schritt

Wenn Sie spüren, dass etwas in Ihnen „hängen geblieben“ ist und Sie das nicht länger allein tragen möchten: Melden Sie sich. Wir klären in Ruhe, ob EMDR passt – und welcher Rahmen für Sie stimmig ist.

Wenn Sie zuerst einen niedrigschwelligen Zugang zur eigenen Belastungsdynamik möchten, kann die Farbanalyse als Orientierung hilfreich sein. Mehr dazu hier: Emotionale Farbanalyse.